Wettbewerb 2022/2023

Nahaufnahme einer weißen Klee-Blüte mit grünen Blättern im unscharfen Hintergrund.

Rückblick

Der „Ideenwettbewerb Biodiversität Frankfurt“ wurde am 24. Juni 2022 beim Festakt zum 200. Firmenjubiläum der Frankfurter Sparkasse angekündigt – damals unter dem Titel „Miteinander. Füreinander: Mehr Biodiversität in Frankfurt“. Die Bewerbungsphase lief vom 15. September bis zum 15. November 2022. Aus 38 eingesandten Vorschlägen wählte die Jury zehn Ideen für die Shortlist aus, die am 16. Dezember 2022 bekannt gegeben wurden. Die zehn Initiativen wurden zur Ausarbeitung eines detaillierten Konzepts aufgefordert, von Pat:innen fachlich begleitet und durch einen Workshop am 4. Februar 2023 im Palmengarten unterstützt. Im März 2023 wurden die drei Gewinnerprojekte ausgezeichnet.

Prof. Dr. Klement Tockner, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, sprach auch den nicht prämierten Projekten seine Anerkennung aus und ermunterte die Projektinitiator:innen, sich untereinander weiterhin zu vernetzen.

Zur Trägerschaft: Die erste Runde richteten Goethe-Universität, Palmengarten, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, das Dezernat für Klima, Umwelt und Frauen der Stadt Frankfurt und die Frankfurter Sparkasse aus. Die organisatorische Betreuung lag beim Nachhaltigkeitsbüro der Goethe-Universität. Seit der Runde 2025/2026 liegt sie bei der BioFrankfurt-Geschäftsstelle.

Kleiner eingezäunter Garten mit verschiedenen grünen Pflanzen und Bäumen vor Häusern und Bäumen im Hintergrund.
Das MainWäldchen, der Tiny Forest am Main: 1. Platz 2022/2023.
„Der Ideenwettbewerb Biodiversität Frankfurt soll wachrütteln und die städtische Öffentlichkeit zum Nachdenken und zum Mitmachen bewegen.“
— Prof. Dr. Enrico Schleiff, Universitätspräsident der Goethe-Universität

Ablauf und Phasen

Ankündigung am 24. Juni 2022
Vorstellung beim Festakt zum 200. Firmenjubiläum der Frankfurter Sparkasse

Bewerbungsstart am 15. September 2022
Beginn der ersten Bewerbungsphase

Bewerbungsfrist bis 15. November 2022
Es gingen 38 Einreichungen ein

Auswahl der Shortlist Ende November / Dezember 2022
Die Jury wählt zehn Projekte aus, Bekanntgabe am 16. Dezember 2022

Workshop am 4. Februar 2023
Workshop im Palmengarten zur Ausarbeitung der Konzepte

Preisverleihung am 29. März 2023
Die Preisträger:innen werden im Grünen Hörsaal bei Senckenberg geehrt

Die Jury

Prof. Dr. Enrico Schleiff
Goethe-Universität

Dr. Julia Krohmer
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Dr. Katja Heubach
Palmengarten

Rosemarie Heilig
Stadt Frankfurt

Bernd Jenne
Frankfurter Sparkasse

Die Laudationen hielt Nele Kress, Referentin des Nachhaltigkeitsbüros der Goethe-Universität, das den Wettbewerb betreute.

Die Shortlist 2022/2023

Zehn Projekte kamen in die engere Auswahl. Drei davon wurden prämiert; alle zehn Initiativen wurden von Pat:innen fachlich begleitet.
Vorher-Nachher-Bild des Tiny Forests in Frankfurt
Vorher-Nachher-Bild des Tiny Forests in Frankfurt
Aktuelles Bild des Tiny Forests, Juli 2025
Tiny Forests im Juli 2025

Die Preisträger:innen
2022/2023

MainWäldchen – der Tiny Forest in Frankfurt am Main

Platzierung und Fördersumme: 1. Platz, 15.000 €

Ort / Stadtteil: Frankfurt-Eckenheim (erste Pflanzung), später Dornbusch und Sachsenhausen

Träger/Initiative: Initiative MainWäldchen — entstanden aus den Baumfreund*innen des Citizen Science Projekts MainStadtbaum und Greenpeace Frankfurt. Die Jury hatte die beiden separat eingereichten Bewerbungen zusammengefasst.

Website: mainwaeldchen.de

Worum geht’s

Vorbild für das Projekt ist die Pflanzmethode des Japaners Akira Miyawaki: Durch die Regeneration des Bodens und eine dichte, standortangepasste Bepflanzung mit heimischen Bäumen und Sträuchern wird eine bislang ökologisch wertlose Fläche in kurzer Zeit zu einem hochdiversen Waldsystem für zahlreiche Insekten- und Vogelarten. Ein Tiny Forest entsteht auf gerade einmal 100 bis 400 m², puffert das lokale Klima, filtert die Luft und speichert CO2. Bei Planung, Umsetzung und Pflege können sich Bürger:innen jeden Alters beteiligen — es entsteht ein Ort der Begegnung und des gemeinsamen Lernens.

Was macht es besonders

Das Projekt macht aus einer kleinen Fläche in kurzer Zeit einen funktionierenden Lebensraum und ist damit für Nachahmung geeignet. Die Jury bewertete es als Kleinstwildnis inmitten der Stadt, die heimischen Baumarten, Vögeln und Insekten ein Zuhause bietet. Dass zwei getrennt eingereichte Bewerbungen zu einer gemeinsamen Initiative zusammengeführt wurden, ist eine Besonderheit dieses Projekts.

Stand der Umsetzung

Am 9. Dezember 2023 pflanzten 80 kleine und große Helfer:innen aus der Nachbarschaft, der lokalen Bürgerinitiative und der benachbarten Theobald-Ziegler-Grundschule einen 120 m² großen Tiny Forest in Frankfurt-Eckenheim. Die Fläche war zuvor in enger Abstimmung mit dem Grünflächenamt gefunden worden, die Umsetzung wurde vom zuständigen Ortsbeirat finanziell unterstützt. Das MainWäldchen hat sich seitdem zu einem kleinen, biodiversen Mikrokosmos entwickelt: Es kühlt, spendet Schatten und bietet einheimischen Pflanzen und Tieren eine Heimat.

Im Winter 2025/2026 folgte ein weiterer Tiny Forest auf der Bertramswiese am Dornbusch, gemeinsam mit einer Bürgerinitiative und einer Grundschule vor Ort. Weitere Pflanzungen in Frankfurt-Sachsenhausen befinden sich in konkreter Planung und Abstimmung mit den zuständigen Behörden.

Nektar-Bar für Nachtschwärmer

Platzierung und Fördersumme: 2. Platz, 10.000 €

Ort / Stadtteil: verschiedene

Träger/Initiative: Christoph Schuch und Monika Peukert

Worum geht’s

Das Pilotprojekt sieht kleine Wildpflanzenbiotope nachtaktiver Flora in der Stadt vor. Sie sollen als Standardmodell für Biotope dienen, welche die Population wichtiger Bestäuberinsekten wie Nachtfalter und Fledermäuse erhöhen. Die Projektidee bringt Nachtfalter, Fledermäuse und nachts aufblühende nektarreiche Wildpflanzen an passenden Stellen in Frankfurt zusammen.

Was macht es besonders

Die Jury hob lobend hervor, dass das Projekt mit wenig Mitteln einen Lebensraum für Lebewesen schaffen will, die ansonsten wenig wahrgenommen werden.

Ist das Lebensraum oder kann das weg? Totholz für ein lebendiges Frankfurt

Platzierung und Fördersumme: 3. Platz, 5.000 €

Ort / Stadtteil: Frankfurter Stadtgebiet, Freiflächen der Goethe-Universität

Träger/Initiative: Tim Milz und Aaron Kauffeldt, Studierende des Masterstudiengangs Ökologie und Evolution der Goethe-Universität Frankfurt

Worum geht’s

Das Projekt zielt darauf ab, die Abundanz und Diversität totholzgebundener Arten im Stadtgebiet zu fördern. Auf ausgewählten Flächen soll Totholz ausgebracht werden, um Menge, strukturelle Vielfalt und Vernetzung dieser Ressource zu erhöhen. Zusätzlich sollen lebende Bäume im Stadtgebiet identifiziert werden, die als Habitatbäume in Frage kommen.

Was macht es besonders

Die Totholzinseln verbessern nach Einschätzung der Jury nicht nur die Fähigkeit, Wasser im Boden zu halten; sie tragen auch zur Bodenbildung und zur Speicherung von Kohlenstoff bei und sind mit einfachen Mitteln nachahmbar.

Stand der Umsetzung

Auf dem Gelände der Goethe-Universität wurden erfolgreich Totholzinseln ausgbracht.

Was daraus geworden ist

Alle drei Gewinnerprojekte der Runde 2022/2023 wurden inzwischen erfolgreich umgesetzt. Das Gewinnerprojekt war besonders erfolgreich und hat mittlerweile zahlreiche Tiny forests im Stadtgebiet angelegt und ist Vorbild für viele weitere Projekte. Die Initiative zieht selbst Bilanz:
„Der Wettbewerb hatte also nachhaltige Wirkung: Aus einer Idee wurde ein Vorzeigeprojekt, das im wahrsten Sinne ‚Schule‘ macht und viele Menschen so fasziniert, dass sie es selbst umsetzen wollen.“
— Initiative MainWäldchen, Beitrag vom 11. September 2025 · mainwaeldchen.de

Förderer

Frankfurter Sparkasse

Im Jahr 1822 gegründet, ist die Frank­furter Spar­kasse heute Markt­führerin im Privat­kunden­geschäft im Rhein-Main-Gebiet. Als Teil des Helaba-Konzerns bietet sie gemein­sam mit ihren Partnern der Spar­kassen-Finanz­gruppe sämtliche Finanz­dienst­leis­tun­gen für Privat-, Gewerbe- und Firmen­kunden. Eng ver­bunden mit der Region übernimmt die Frank­furter Spar­kasse gesell­schaft­liche Verant­wortung und fördert zahl­reiche Pro­jekte und Initia­tiven unter anderem im wissen­schaft­lichen Bereich. Die Preis­gelder der Runde 2022/2023 stellte die Frank­furter Spar­kasse anlässlich ihres 200-jährigen Firmen­jubiläums zur Ver­fügung.

Kontakt

Melden Sie sich gerne bei Fragen unter ideen@biofrankfurt.de.